Nachdem in Aachen und im Bergischen Land bei meheren Neonazis Sprengstoff gefunden wurde, ist die Demonstration am Samstag zur Zeit noch polizeilich verboten. Das Verbot könnte Heute noch einkassiert werden, vondaher macht es durchaus Sinn aufjedenfall morgen nach Dortmund zu fahren. Zur optimalen Vorbereitung auf den morgigen Tag liefern wir euch hier zwei Karten des S4-Bündnis, die euch bei der orientierung in Dortmund helfen werden. Bitte haltet euch nach Möglichkeit und egal was ist an die Reiseemfehlung von Dortmund stellt sich Quer! Zum Abschluss veröffentlichen wir in diesem Artikel einen Text der Autonomen Antifa Aachen a³ zur Personalie Falko W.


Hier die Karte der Dortmunder Nordstadt:

Hier die Karte von Dortmund-Dorstfeld:

Als Nächstes der Text vom S4-Bündnis zu Stand der Dinge:

Der Artikel wird ständig aktualisiert. Stand: 16:30 (A.d.AAL: Gestern!)

Wie soeben auf der Pressekonferenz der Polizei vermeldet wurde ist die Demonstration der Dortmunder Neonazis am Samstag verboten worden.

Hintergrund ist offenbar ein Sprengstofffund bei einem Mitglied der rechten Szene. Bereits am 1. Mai wurde laut Angaben der Polizei bei einer Demonstration der rechten Szene Sprengkörper gefunden. Sie waren in der Nähe eines Zeltes, in dem Teilnehmer der Demo durchsucht wurden, abgelegt worden. DNA-Spuren die an den sichergestellten Sprengkörpern gefunden wurden gehören zu einem Aachener Neonazi.
Der Verdächtige hatte sich in den letzten Tagen mehrfach in Dortmund aufgehalten. Er übernachtete in einer Neonazi-Wohngemeinschaft in Dortmund-Dorstfeld und beteiligte sich an mehreren Aktionen der Nazis, unter anderem an einem Überfall auf die alternative Kneipe Hirsch-Q in der Dortmunder Innenstadt. Gestern schlug dann die Polizei zu und verhaftete den Verdächtigen.

Bei dem in Aachen festgenommenen Neonazi handelt es sich offenbar um Falko Wolf, ein Mitglied der Kameradschaft Aachener Land. Wolf ist kein Unbekannter: Er saß bereits wegen Körperverletzung im Jugendarrest. Während der Gewaltwelle der Aachener Nazis in diesem Sommer fiel er als einer der Hauptakteure auf. So war er es, der Anfang Juni aus seinem Auto heraus mit einer Steinschleuder Stahlkugeln auf Besucher_innen des Autonomen Zentrums Aachen schoss. Aus demselben Auto schoss wenige Tage später der Aachener Neonazi Timm Malcoci mit einer Gaspistole auf BesucherInnen des Autonomen Zentrums Aachen. Falko Wolf war der Fahrer. Auch bei anderen Angriffen auf das AZ wurde Falko Wolf beobachtet, einmal trug er dabei einen mittelalterlich anmutenden Morgenstern.

In den letzten Tagen hat es immer wieder Gewalttaten und Drohungen ausgehend von den Dortmunder Neonazis gegeben, so wurden z.B. ein engagierter Dortmunder Bürger mehrfach bei seiner Arbeit als Taxifahrer überfallen und bedroht, er solle seine Gegenkundgebung absagen. Am vergangenen Mittwoch versuchten 20 Neonazis die alternative Kneipe “Hirsch-Q” in der Dortmunder Innenstadt zu überfallen, konnten aber von den Gästen zurückgedrängt werden. Der nun verhaftete Mann war an diesem Angriff beteiligt und befand sich unter den 5 nach dem Angriff festgenommenen Neonazis.

Die Dortmunder Nazis kündigen bereits an gegen das Verbot zu klagen. Es ist bisher nicht abzuschätzen ob sich die Gerichte der Argumentation der Polizei anschließen. Das Konzert am Freitag ist von dem Verbot bisher nicht berührt.
Für den heutigen Abend haben die Dortmunder Nazis zwei Versammlungen angemeldet:
Um 16:00 Veranstalten die Nazis eine Kundgebung in Oberdorstfeld.
Um 18:30 Wollen sie sich zu einer Demonstration am Hauptbahnhof treffen, um gegen das Verbot zu protestieren.

WICHTIG: Verbote können gekippt werden. Das S4-Bündnis mobilisiert weiterhin und ruft alle Antifaschist_innen dazu auf am 3. und 4. September nach Dortmund zu kommen um gegen den Aufmarsch der Nazis auf die Straße zu gehen.

Links:
NRW Rechtsaußen zu den Durchsuchungen
S4 Artikel zum Angriff auf die Hirsch-Q
Ruhrnachrichten zum Verbot der Nazidemo
DerWesten zum Verbot der Nazidemo

CC findet statt

Entgegen anderslautender Ankündigungen von gestern Abend wird das Convergence Center stattfinden. Der Ort des CC wird im Laufe des Tages an dieser Stelle und auf unserem Ticker (WAP | Internet) veröffentlicht.

S4-Strukturen:

EA-Nummer: 0231 / 222 111 6
WAP-TICKER: http://ticker.nadir.org
TICKER im Internet http://identi.ca/s4ticker | http://twitter.com/s4ticker
RADIO: http://radio.nadir.org
Twitter: identi.ca | twitter

Dortmund stellt sich Quer Strukturen:

EA-Nummer: 0231 / 222 111 6
Infotelefon: 01578 / 8055466
Twitter-Ticker: twitter.com/DortmundQuer
WAP-Ticker: ticker.dortmundquergestellt.de

Zum Abschluss ein Text der Autonomen Antifa Aachen a³ zur Akte Falko W.:

Mit diesem Text wollen wir einen kurzen Überblick über die aktuellen Ereignisse im Bezug auf den zZ. (noch) verbotenen Naziaufmarsch in Dortmund und die Verstrickungen zum Neonazi Falko W. geben.

Die Vita des 19 jährigen macht nicht viel her. Aufgewachsen im bürgerlichen Aachen-Richterich geht er erst aufs Gymnasium, wechselt dann zur Realschule. Nach seinem Abschluss bricht er seine Lehre ab und geht zur Bundeswehr- doch dort wird er später unehrenhaft entlassen.

Dafür hat er in anderen Bereichen die Nase ganz weit vorne.
Falko W. (19) ist mit das auffälligste Mitglied der neonazistischen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und bereits in zarten Alter von 15 strafrechtlich aufgefallen. Er stach in der Vergangenheit immer wieder durch teils psychopathische Aktionen hervor. Als einige Beispiele der letzten Zeit seien genannt:

  • Schüsse aus seinem Auto mit einer Zwille auf Personen vor dem AZ Aachen mit Stahlkugeln.
  • Angriff auf das AZ Aachen mit einem Morgenstern und Essigsäure.
  • Schüsse aus seinem Auto auf AZ Besucher mit einer Gaspistole.
  • Versuchter Angriff auf das Camp des Bildungsstreiks in Aachen.
  • Körperverletzung auf einer Vorabifeier gegen 2 Personen die Falko W. als vermeintliche Linke hielt.

Er wurde in einem früheren Gerichtsverfahren am 8.7.2010 wg. teils gemeinschaftlicher Körperverletzung in mindestens 3 Fällen, Volksverhetzung sowie Schwarzfahren angeklagt.

Bei der Fortsetzung des Verfahrens am 13.8.2010 wurde er wegen einer der Körperverletzungen widerrum zu 4 Wochen Jugendarrest verurteilt. Ausserdem wurde ihm nahegelegt sein Leben und seine politische Laufbahn doch einmal zu überdenken.

Falko zeigte sich unbeindruckt und war bereits einen Tag darauf mit weiteren KAL Nazis und Axel Reitz beim Naziaufmarsch in Bad Nenndorf.

Hinzu kommt, daß er laut Polizei zu den Verdächtigen in dem Fall des beschmierten Judenfriedhofes steht. Nazis hatten dort u.a. den Spruch „Juden den Gashahn aufdrehen“ gesprüht.

Am 1. September wurde Falko W. nun festgenommen und sitzt seitdem in Berlin in U-Haft. Im wird von der Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Vorbereitung zu einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen, wonach er am 1. Mai dieses Jahres in Berlin in eine Personenkontrolle geraten war, einen gelben Sack wegwarf und flüchtete. Die Polizei stellte vor Ort größere Mengen Reizgas und neun Sprengsätze sicher. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei ausserdem Munitionsteile. In diesem zusammenhang ermittelt die Polizei zusätzlich gegen ein weiteres KAL Mitglied und 2 Brüder aus dem bergischen Radevormwald die im „proNRW“ Spektrum anzusiedeln sind. Auch bei den Brüdern wurde pyrotechnisches Material bei einer Hausdurchsuchung Sichergestellt.

Was das alles mit Dortmund zu tun hat fragen sich die Nazis. Nun da Falko in den vergangenen Tagen in Dortmund gewesen sei und dort nicht nur nächtigte sondern auch beim Überfall auf die Hirsch-Q letzte Woche beteiligt sei, vermutet die Polizei einen Zusammenhang zwischen Falkos Bombenbastelkünsten und dem drohenden Naziaufmarsch.

Nicht wenige Aachener freuen sich jedenfalls, daß die Berliner Staatsanwaltschaft konsequenter ist als die hiesigen Institutionen und Falko W. aus dem Verkehr gezogen haben. Selbst seine Kameraden seien darüber nicht ganz unglücklich, so munkelt man.

So oder so: Nazis in Dortmund und überall blockieren !

Bis Morgen – auf der Straße!