(Markiert: Niklas Berr, Neonazi, ehemaliger Leichlinger. Ganz rechts in Kackbraun geht Ingo Haller. Später sollte Haller neben Reitz und Breidenbach auf der Abschlusskundgebung der Nazis zur Gewalt gegen Andersdenkende Aufrufen. Dies hätte Dieter Riefling aus Hildesheim sicher auch gerne getan, allerdings wurde er schon im Vorfeld der Demonstration zusammen mit etwa 40 Nazis, teilweise aus dem Ruhrpott, in Gewahrsam genommen. Der Dürener Ingo Haller war bis September 2010 als Landesvorstandsmitglied der rechstradikalen NPD aktiv. Das Bild entstand auf einer Neonazi-Demo am 29.01.2011 in Wuppertal.)

Kein Name bleibt unbekannt, kein Nazi unbenannt! Weiter geht es. Viele Leichlingerinnen und Leichlinger erinnern sich sicherlich noch an das ein oder andere rechte Propaganda-Delikt in Leichlingen von vor etwa 4 Jahren. Damals haben zahlreiche NS-Parolen der sog. „Autonomen Nationalisten Leverkusen“ das Leichlinger Stadtbild verschandelt. Unter Anderem am Bahnhof, am Sportpalast, am Ihr Platz (inzwichen schön umdekoriert), an der Montanusstraße und an vielen weiteren Orten tauchten neben Graffittis mit NS-Parolen oder derartigem Blödsinn noch zahlreiche revisionistische Plakate und Aufkleber auf. So wurde zb. an einen vermeintlichen Mord an Rudolf Hess erinnert, mittels überall aufgehangener Plakate.

Die damaligen Delikte gingen auf das Konto eines damals noch Minderjährigen Neonazi namens Niklas Berr, der damals mit seiner Familie am Leichlinger Bahnhof wohnte. Neben den genannten Straftaten gab es jede Menge Ärger auch zwichen Berr und dem Kioskbesitzer des Bahnhofskiosks „An´na Bahn“. U.a. hat Berr dort die kunstvoll gestaltete Laden-Fassade verunstaltet. Auf Karneval soll Berr die Reichskriegsflagge aus seinem Fenster gehisst und so die Menge provoziert haben. Mit einem „ANL“-Ableger, den selbsternannten „Autonomen Nationalisten Leichlingen“ wollte Berr sich eine sog. „Nationalbefreite Zone“ in der Blütenstadt erschaffen, Vermutungen zur Folge waren das aber nie mehr als 2 Personen, welche BEIDE vollständig bekannt sind.

Aufgrund zahlreicher Delikte wurde Berr zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Zuletzt hatte er im Dunkeln eine alte Dame brutal überfallen und ihr die Handtasche gestohlen.

Infos von damals gibts hier und hier!

Natürlich wurde die Akte Berr von den Nazis ausgeschlachtet. So taucht der Name Niklas Berr bei einigen Inhaftierten-Internet-Blogs der Neonazis auf. Logischerweise wird dort behauptet, Berr seie unschuldig inhaftiert. Außerdem wird/wurde dort dazu aufgerufen, Berr Weihnachstpost zu schicken. Darüber hinaus wurden in der Rechten Szene Solidaritäts-Tshirts vertrieben. Dort drauf wird Berr zusammen mit einschlägigen Rechten Mördern wie zum Beispiel Sven Kahlin aus Dortmund als unschuldiges Opfer aufgeführt. Über die Ver(sch)wendung des Erlöses ist bis dato nichts bekannt.

Nun gibt es leider Grund zur Annahme dafür, dass Berr wieder auf die Menschheit losgelassen sprich aus der Haft entlassen wurde. Zunächst ist festzustellen, dass sich in der Nachbarstadt Leverkusen eine „neue“ Nazi-Gruppierung die offen als sog. „Anti-Antifa“ auftritt, zusammen geschlossen haben soll. Personell dürfte es sich um die gleichen Nazis wie damals handeln, die sich nun erneut um Berr gescherrt haben. Diese Gruppierung hat bereits extrem Ausländerfeindliche Propaganda in Leichlingen verteilt, welche inzwichen fast vollständig bei uns entsorgt wurde. In etwa 50 DinA4-Flyer -selbstgemacht- sowie einige Dutzend Demoaufrufe für eine rechte Demonstration in Dortmund (bereits vergangen) wurden verteilt. Laut Zeugenaussagen dürfte es nicht viel mehr gewesen sein als das, was inzwichen bei uns angekommen ist. Neben Niklas Berr soll an dieser Aktion der Solinger Neonazi Michael Schneider, vermutlicher Betreiber der Internetblogs der sog „Freien Nationalisten Solingen“ beteiligt gewesen sein. Diese Aktion fand noch 2010 statt.

2011 ging es in Leichlingen dann weiter. Zunächst tauchen einige wenige vermeintliche Outingflyer auf, welche einen jungen mutmalßlichen Antifaschisten diffamiert haben.

Darauf folgte eine versuchte Falseflag Aktion, nach der sich die Nazis damit brüsteten die „Antifa Leichlingen“ von der Anreise zur Antifaschistischen Vorabenddemo in Wuppertal am 28.01. gehindert zu haben. Das ist natürlich Unfug, die Leichlinger Antifas standen mit ca 100 anderen Antifas abends lachend vor der Vohwinkler Nazikneipe „Bierbrunnen“ und sind vorher mit mit gut 250 Genossinnen und Genossen durch Elberfeld gezogen. Der Vorfall am Bahnhof spielte sich dabei etwa so ab: Der Nazi rennt an den Antifas vorbei, welche zugegebener Maßen einen kurzen Moment erstaunt waren. Nachdem der Kioskbesitzer herbeigerufen wurde, damit er direkt sieht was los ist, sind die Nazis abgezogen, vorerst. Neben Niklas Berr war ein kleiner Dicker mit Mondgesicht und dunklen Haaren sowie ein etwas größerer Brillenträger dabei. Dieser hatte auffällige Modeschmuck-Ohringe und kurzes blondes Haar. Bilder zu den beiden anderen Nazis folgen noch.

Während die Antifas gemütlich im Zug saßen, streunte die dreiköpfige Nazigruppe planlos in der Leichlinger Bahnhofsgegend umher. Defakto sollen sie sogar von einer etwas später am Abend am Bahnhof stehenden Antifagruppe dann endgültig vertrieben wurden sein. Der Ablauf ist leider unklar.

Am Folgetag gab es einen von uns ausführlich geschilderten Vorfall in Solingen Ohligs. Dort war Berr zusammen mit etwa 50 weiteren Neonazis aufgetaucht, um eine Antifa Gruppe anzugreifen und hat sich und seine „Kameraden“ dabei in eine nette Falle geführt. Diese Neonazigruppe wurde in Folge der Ereignisse im Ohligser Hauptbahnhof für etwa 150 Minuten von friedlichen Nazigegnerinnen und Nazigegner an der Weiterfahrt gehindert. Nachdem der Zugverkehr flächendeckend zum Erliegen kam, ist es der Güte und/oder dem Kalkül der Polizei NRW zu verdanken -welche an diesem Tag den Einsatz leitete-, dass die Nazis mit Bussen der WSW nach Wuppertal gekarrt wurden, wo ihre Demo mit über 4 Stunden Verzögerung bedingt durch Blockaden, Störaktionen und Ayrans irgentwann durch die tobende demokratische Menge geknüppelt wurde.  Ein Strafantrag gegen die Polizeiführung ist bereist gestellt, der zweifelhafte und unverhältnismäßige Einsatz wurde bereits vergangenen Donnerstag im NRW-Landtag debattiert.

An diesem Überfallversuch der Nazis waren neben Niklas Berr auch wieder der Solinger Michael Schneider, welcher überdies als Demo-Einpeitscher der sog. „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ fungiert, beteiligt. Genauso wie am selben Abend, als es zu einem Zusammenstoß einiger Neonazis mit Gegendemonstratinnen und Gegendemonstrante, welche auf dem Heiweg waren, gekommen. Die Situration hatte sich bereits vor dem Eintreffen der Polizeihundertschaft aufgelöst. Augenzeugenberichten zur Folge sollen die Nazis Stress gesucht haben und die Erstbesten Menschen angegriffen haben. Dabei sollen sie u.A. mit den Stühlen des Bahnhofsimbiss um sich geschmissen haben. Die Angegriffene Gruppe musste sich in eine Buchhandlung begeben.

Anschließend soll die Nazigruppe Aussagen folgend nach Leichlingen gefahren sein. Nachdem sie streitsuchend vom Bahnhof zum Busbahnhof gingen, trente sich die Gruppe am Busbahnhof in Richtung Solingen und Leverkusen via Bus auf. Vorher hatten sie etwa 10Minuten auf ihren Bus gewartet, zu ihrem Glück auf dem Ausweichbusbahnhof direkt an der Polizeiwache.

Parallel zu den Naziaktionen tauchte unterdesse im Internet ein weiteres Foto eines Mutmaßlichen Leichlinger Antifaschisten auf. Nach dessen Angaben haben die Nazis alle Infos inkl Foto von ihm selber bekommen. Diese Methodik ist klar etwas zweifelhaft, allerdings zeigt es mehr als deutlich, das die „Freien Nationalisten Leverkusen“ relativ wirkungslos sind.

Neben diesen Aktionen gab es auch zahlreiche Vorfälle in Leverkusen in der letzten Zeit. So wurden zb letzten Herbst in der Nacht vor dem Tag der Pogrome einige Straßenschilder in Leverkusen-Opladen in Nähe zum Platz der Synagoge, wo an diesem Tag eine Gedenveranstaltung stattfand, mit Hakenkreuzen beschmiert. Dazu kommen einige Flyer Aktionen sowie Aktionen gegen das Leverkusener Autonome Zentrum, dem Kulturausbesserungswerk (KAW). Während sich Nazis damit brüsten, das KAW mehrfach „besucht“ und dabei die selben Briefkästen mehrfach mit den selben Flyern zugemüllt haben (O-Ton:“ In dieser Gegend lässt sich in kurzer Zeit sehr viel Material loswerden“) schent es so, als ob sich die Nazis lediglich bis zum Einganstor, ettliche Meter oberhalb, gewagt haben und ein Schild mit Nazipropaganda beklebten. Ebenfalls ist eine Verteiler Aktion in Solingen zu dokumentieren. Zu allen Flyer-Aktionen bleibt zu sagen, dass die Nazis laut Augenzeugenberichten mehr Zeit mit dem Fotografieren ihrer Aktionen verbrachten, als mit dem Flyern. In Leichlingen sollen sie sogar mit einem Mitglied der PDL ins Gespräch gekommen sein. *Ironiean* Welch ein Erfolg! *Ironieaus*

Nun etwas mehr Bildmaterial:

(Markiert: Niklas Berr zusammen mit Leverkusener Neonazis, sein mitgeführter Schlagstock ist erkennbar. Das Bild entstand auf einer Neonazi-Demo am 29.01.2011 in Wuppertal.)

(Markiert: Niklas Berr, das Bild stammt vermutlich aus 2006, 2007 oder 2008, also vor Berrs Inhaftierung.)

(Markiert: Niklas Berr. Das Bild entstand auf einer Neonazi-Demo am 29.01.2011 in Wuppertal.)

(Markiert: Niklas Berr. Die Person, die abgeführt wird nennt sich Pelle, kommt aus Vohwinkel und ist für das Nazi-Medienportal „Medinet-West“ aktiv. Der Ausschnit oben Links zeigt Niklas Berr bei dem Überfall im Ohligser Hauptbahnhof. Aus der Jacken-Tasche lugt ein netter Schlagstock. Links in der Hellen Hose steht Michael Schneider aus Solingen, mit Gürteltasche und Sonnenbrille. Die Bilder entstanden auf einer Neonazi-Demo am 29.01.2011 in Wuppertal bzw kurz nach dem Überfall der Neonazis auf den Solinger Hauptbahnhof am selben Tag.)

(Markiert: Niklas Berr. In Blau sowie im Hintergrund mit Pally-Tuch Nazis aus Leverkusen. Das Ohr rechts neben dem Nazi in Blau dürfte Rene Laube gehören, einem Führungsmitglied der momentan wegen verschiedener Sprengstoffdelikten in der Presse ausgeschlachteten „Kameradschaft Aachener Land“, kurz „KAL“. Die Aufnahme entstand im Rahmen einer Nazi-Demo in Krefeld vor einigen Jahren, noch vor Berrs Inhaftierung.)

Autonome Antifa Leichlingen