Es ist sehr schwer, die komplette Demo aufgrund ihre Größe zu dokumentieren. Deswegen: In der Folge eine Schilderung aus der Perspektive des antikapitalistischen Blocks auf der heutigen Anti-AKW-Demo in Köln:

Es zogen 2 Demonstrationen am heutigen Tag durch Köln, mit zusammen etwa 40-50000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Eine, kürzere, vom Ottoplatz zur Deutzer Werft. Die Andere, längere, vom Neumarkt durch die komplette Innenstadt mit Zwichenkundgebung vor dem Gebäude der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit. Von dort aus ging es weiter zur Deutzer Werft. Am antikapitalistischen Block beteiligten sich etwa 100-120 Menschen, diesem vorweg fuhr das Kölner Soundsystem, wie immer sehr laut und mit feinster Mukke und guter Anpeitscherin!

Zur Demo am Neumarkt hatten die üblichen Verdächtigen vom Kölner Anti-Atom Plenum, einigen Anti-AKW-Organisationen aber auch zum Beispiel die Grünen aufgerufen, um die 20000 Menschen folgten den Aufrufen. Auch zahlreiche antikapitalistische und globalisierungskritische Gruppen waren vorort und bildeten einen netten schwarzen Block unter dem Motto „AKWs abschalten – Kapitalismus überwinden“.

Aus den unzähligen Reden ist hervorzuheben, dass auch das Thema Jülich thematisiert wurde. Im Rahmen der Zwichenkundgebung vor der GRS-Zentrale wurde -neben autonomen Maler- und Lackierarbeiten- eine sehr nette Rede über einen „ungeklärten“ Einbruch in die Geschäftszentrale in Köln in den 1970er Jahren gehalten. Neben dem Namen des inzwichen leider verstorbenen Hausbesuchers von damals wurden Teile der damals entwendeten Dokumente verlesen. Die vollständigen Dokumente wurden als Kopie im Anschluss noch in den Briefkasten eingeworfen, bevor es dann weiter ging. Ein netter Arschtritt mit Steigeisen für unsere Atom- und Justizbehörden!

Ungefär zu diesem Zeitpunkt stellte die Polizei ihre Hilflosigkeit angesichts der Lage -Großdemo und Frauen-Pokal-Endspiel gleichzeitig- zur Schau und heinzte dem oder der AnmelderIn laut Lauti-Durchsage eine Anzeige ein, weil sich Demonstrationsteilnehmerinnen und/oder Demonstrattionsteilnehmer, welche ca 1km hinter der Demoleitung gingen, vermummt haben sollten. So ist wenigstens sichergestellt, dass am Ende ein Bauernopfer zum Anschreien vorhanden ist, worauf sofort mit Sprechchören wie „Ganz NRW hasst die Polizei“ reagiert wurde.

Offenbar herrschen derzeit auch große Engpässe bei der Polizei, welche außer an vereinzelten Stellen nur sporadisch bzw. durch den obligatorischen Hubschrauber spürbar war. So konnte die gesammte Demo pyrotechnisch untermalt, unliebsame Objekte etwas bunter gemacht, die Severinsbrücke mit einem Riesen-Transparent -bzw meheren im laufe der Zeit- dekoriert und vor allem die Lautstärke der Anlage selbstbestimmt reguliert werden.

Nach etwa 2 Stunden erreichte die Demo vom Neumarkt aus die Deutzer Werf, auf der sich bereits mehere Tausend Demonstrantinnen und Demonstranten eingefunden. Eine genaue TeilnehmerInnenzahl über die Innenstadt-Demo kann schlecht getroffen werden, da zu keinem Zeitpunkt weder der Anfang noch das Ende dieses Demo vom heute mal in der Mitte platzierten revoltionären Blocks aus sichtbar war. Auch wurde dies mehrfach von der Einpeitscherin betont, „dass wir verdammt Viele sind“.

Auf dem Hauptkundgebungsort angekommen,  folgten weitere Reden. Intressant hierbei ist, dass NRW´s Innenministerin Hannelore Kraft es sich nicht nehmen lies, dort aufzukreuzen. Dies geschah durch einen Auftritt mit meheren gleich aussehenden Limousienen und einigen KRad´s der Polizei.  Scheinbar sorglos fuhr Hannelore gleich zwei Mal durch die Menge, unbemerkt. Letzterem ist es wohl zu verdanken, dass es nicht zu Szenen kam, mit denen der britische Thronfolger samt Gattin bereits Erfahrung haben.

Generell ist das Engergement der parlamentarischen Organisationen auf derartigen Veranstaltungen als Wahlkampf zu verurteilen.

Ein genauerer Bericht, inhaltlich präziser und hoffenltich mit Bildern, wird in den nächsten Tagen folgen!