20. April 2011
08:00

Am 12. 04. 2011 wurde Bun­des­weit von Atom­kraft-​Geg­ne­rIn­nen zu einem Flashmob an öf­fent­li­chen Plät­zen auf­ge­ru­fen, der von 18:30 Uhr – 18:33 Uhr gehen soll­te. Die­ser Flashmob dien­te dazu, auf die töd­li­che Strah­lung von Atom­kraft auf­merk­sam zu ma­chen, wel­che von der ka­pi­ta­lis­ti­schen Atom­lob­by igno­riert wird.

Ge­ra­de mal 4 Wo­chen nach der schreck­li­chen Ka­ta­stro­phe in Fu­kus­hi­ma ma­chen die En­er­gie­rie­sen RWE, Vat­ten­fall, E.​On und EnBW mobil gegen den Atom­aus­stieg und stop­pen ihre Zah­lun­gen an den Öko­fonds zum Aus­bau der er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en. An­hand die­ser Ent­schei­dung zeigt die Atom­lob­by er­neut, wie sehr sie an den Men­schen in­ter­es­siert ist, die Welt­weit gegen Atom­kraft kämp­fen. Die Bon­zen­kon­zer­ne gehen über Lei­chen und strei­chen wei­ter­hin Mil­lio­nen ein.

Auch in Rem­scheid gab es den 3 Mi­nü­ti­gen Flashmob, als Ort wurde be­wusst das Kun­den­cen­ter der Elek­tri­zi­täts­wer­ke Rem­scheid, kurz EWR, aus­ge­wählt. Das Kun­den­cen­ter der EWR Rem­scheid be­fin­det sich in dem Ein­kaufs­zen­trum „Allee Cen­ter“ und bot den ca. 20 Ak­ti­vis­tIn­nen aus­rei­chend Platz, um auf die Ge­fahr auf­merk­sam zu ma­chen, die von Atom aus­geht.
Die EWR Rem­scheid GmbH be­zieht laut dem Stand von 2009 17 % Atom­strom, das ist im Ge­gen­satz zu an­de­ren Strom­an­bie­tern viel­leicht nicht viel, un­se­rer Mei­nung nach aber sind selbst 17 % noch zu viel.

Als um 18:30 Uhr ein Gel­bes Fass, auf dem das Atom­zei­chen pran­ger­te, die Stu­fen der EWR GmbH run­ter­roll­te, fie­len die Ak­ti­vis­tIn­nen, wel­che alle Staub­mas­ken tru­gen, um und er­schwer­ten so den Schau­fens­ter­bumm­le­rIn­nen den Weg, um un­ter­and­e­rem auf die kom­men­de Ak­ti­on „RWE Ab­schal­ten“ auf­merk­sam zu ma­chen. Mo­bi­Ma­te­ri­al wurde an vor­bei­het­zen­de Men­schen ver­teilt oder kur­zer­hand durch die Luft ge­schmis­sen .

http://​www.​youtube.​com/​watch?​v=vHc9gssHa4U

Auf­ruf „RWE Ab­schal­ten“

RWE-​Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Ak­tio­när_in­nen blo­ckie­ren!

Mitt­woch 20. April 2011 | 8:00 Uhr | Gru­ga­hal­le Essen

Die Atom­ka­ta­stro­phe in Fu­kus­hi­ma brach­te in den letz­ten Wo­chen Hun­dert­tau­sen­de von Men­schen auf die Stra­ße. Als Re­ak­ti­on auf den mas­sen­haf­ten Pro­test be­müht sich die schwarz­gel­be Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on zur­zeit um Scha­dens­be­gren­zung. Hatte sie vor einem Jahr noch die Lauf­zeit­ver­län­ge­rung der AKWs gegen mas­si­ven Wi­der­stand durch­ge­setzt, so voll­zieht sie nun eine hek­ti­sche PR-​Wen­de. Um die Atom­wirt­schaft durch ihre ak­tu­el­le Ak­zep­tanz­kri­se zu brin­gen, ver­sucht sie mit in­sze­nier­ter Be­trof­fen­heit und einem drei­mo­na­ti­gen Mo­ra­to­ri­um, ihre Wäh­ler­schaft zu be­ru­hi­gen.

Die­ses Kal­kül geht bis jetzt nicht auf. Der Mehr­heit der Men­schen ist klar ge­wor­den, dass die Atom­kraft keine Brü­cke, son­dern viel­mehr eine le­bens­ge­fähr­li­che Sack­gas­se dar­stellt. Doch die Ap­pel­le Tau­sen­der auf Kund­ge­bun­gen und Mahn­wa­chen schei­nen die Atom­kon­zer­ne nicht zum Ein­len­ken zu be­we­gen.

Wäh­rend die Mei­ler in Fu­kus­hi­ma noch bren­nen, klagt RWE be­reits gegen die vor­über­ge­hen­de Ab­schal­tung sei­nes be­rüch­tig­ten Pan­nen­re­ak­tors in Bib­lis. Die­ser hält mit ins­ge­samt 843 re­gis­trier­ten Stör­fäl­len den trau­ri­gen Re­kord als un­si­chers­ter Mei­ler der Bun­des­re­pu­blik. Aus der Sicht von RWE ist die­ser Schritt durch­aus nach­voll­zieh­bar, stellt doch der ma­ro­de aber be­reits ab­ge­schrie­be­ne Re­ak­tor für den Kon­zern eine wahre Geld­druck­ma­schi­ne dar. Für die Ren­di­te sei­ner Ak­tio­nä­re ist dem RWE-​Kon­zern of­fen­bar kein Ri­si­ko zu groß.

Durch die Ein­rei­chung die­ser Klage pro­fi­liert sich der RWE-​Kon­zern­chef Groß­mann wie­der ein­mal als skru­pel­lo­ser Hard­li­ner der deut­schen Atom­wirt­schaft. Be­reits letz­tes Jahr mach­te Groß­mann als be­son­ders eif­ri­ger Atom­lob­by­ist von sich reden. Mit­tels einer von ihm in­iti­ier­ten An­zei­gen­kam­pa­gne soll­te, als Vor­be­rei­tung auf die ge­plan­te Lauf­zeit­ver­län­ge­rung, dem Wäh­ler die Atom­ener­gie als eine not­wen­di­ge und si­che­re „Brü­cken­tech­no­lo­gie“ ver­kauft wer­den.

Mit sei­ner Po­li­tik un­ter­streicht der Kon­zern, dass er auch aus der ak­tu­el­len Atom­ka­ta­stro­phe nichts ge­lernt hat. Als Größ­ter der vier deut­schen En­er­gie­mo­no­po­lis­ten steht der RWE-​Kon­zern ex­em­pla­risch für eine über­hol­te und ri­si­ko­rei­che En­er­gie­po­li­tik, die auf eine zen­tra­lis­ti­sche Ver­sor­gung durch Groß­kraft­wer­ke setzt. Neben sei­ner Atom­spar­te be­treibt RWE im Rhei­ni­schen Braun­koh­le­re­vier einen zer­stö­re­ri­schen Ta­ge­bau und ist mit sei­nen Braun­koh­le­kraft­wer­ken zu­gleich der größ­te CO2-​Ver­schmut­zer Eu­ro­pas. Doch weder Atom­kraft noch kli­ma­schäd­li­che (Braun)Koh­le­pro­jek­te stel­len eine an­nehm­ba­re Al­ter­na­ti­ve dar.

Eine wirk­li­che En­er­gie­wen­de hin zu einer re­ge­ne­ra­ti­ven und de­zen­tra­li­sier­ten Strom­ver­sor­gung ist mit den mo­no­po­lis­tisch or­ga­ni­sier­ten Strom­kon­zer­nen nicht zu ma­chen. Der ur­sprüng­lich aus dem Zu­sam­men­schluss von kom­mu­na­len En­er­gie­ver­sor­gern ent­stan­de­ne RWE-​Kon­zern muss des­halb zer­schla­gen wer­den. Des­we­gen for­dern wir neben dem so­for­ti­gen Atom­aus­stieg eine Re­kom­mu­na­li­sie­rung der En­er­gie­ver­sor­ger.

Am 20. April will der RWE-​Kon­zern in der Es­se­ner Gru­ga­hal­le seine Jah­res­haupt­ver­samm­lung ab­hal­ten. Auf die­ser Ver­samm­lung sol­len auch die wei­te­ren Stra­te­gi­en zur Si­che­rung der kon­zern­ei­ge­nen Atom­an­la­gen vor­ge­stellt wer­den. Be­reits jetzt ist klar, dass RWE sich hier wie­der als um­welt­be­wuss­ter und si­cher­heits­ori­en­tier­ter An­la­gen­be­trei­ber dar­zu­stel­len ver­sucht.

Es reicht! Wir neh­men die macht­be­wuss­te Selbst­in­sze­nie­rung des RWE-​Kon­zerns nicht wei­ter hin. Die Jah­res­haupt­ver­samm­lung ist eine gute Ge­le­gen­heit, ein un­miss­ver­ständ­li­ches Zei­chen gegen die Atom­wirt­schaft zu set­zen. Ge­mein­sam wol­len wir an die­sem Tag be­wusst einen Schritt über den Stra­ßen­pro­test der letz­ten Tage und Wo­chen hin­aus­ge­hen, indem wir die­ses Kon­zern­tref­fen mit den Mit­teln des zi­vi­len Un­ge­hor­sams stö­ren und blo­ckie­ren.

Wie immer wird unser Wi­der­stand bunt und viel­sei­tig sein. Seid krea­tiv.
Ge­mein­sam kön­nen wir die RWE-​Ak­tio­närs­ver­samm­lung an die­sem Tag ab­schal­ten.

Atom­aus­stieg bleibt Hand­ar­beit!

http://​rweabschalten.​blogsport.​de/

Quelle: http://aars.blogsport.de/2011/04/12/remscheid-flashmob-die-in/