^^ Die RechtspopulistInnen haben scheinbar ihren Zug in Opladen verpasst

In der Folge eine Schilderung der Anreise der RechtspopulistInnen um „pro NRW/Köln“ zum vermeintlichen „Marsch für die Freiheit“, am 07.05.2011 über den Bahnhof Leverkusen-Opladen sowie ein kurzes Resümee des gestrigen Tages. Zunächst allerdings ein Paar Hintergundinformationen zum gestrigen Tag zum besseren Verständnis.

Der gestrige Tag markiert den inzwichen dritten Versuch der rechspopulistischen Politsekte „pro NRW/Köln“ eine vermeintliche Großdemo in Köln auf die Straße zu bringen. Dieser Marsch war ganz getreu dem Größenwahn der „Bürgerbewegten“ für 2.500 Personen angemeldet und sollte vom Deutzer Bahnhof aus durch die gesammte Innenstadt zu den Ringen und wieder zurück ziehen. Dabei waren sich die VeranstalterInnen nichtmal zu schade die Zahl der eingesetzten Polizeibeamten mit 10.000 anzukündigen. Scheinbar ist denen jegliche PROpaganda nur recht. Neben den angeblichen Bürgerbewegungen „pro NRW/Köln/Deutschland“ wurden unter Anderem der rechtsradikale belgische „Vlaams Belang“, die US-amerikanische Tea-Party oder die FPÖ aus Österreich angekündigt. Allesamt WeltmeisterInnen, wenn es um das Hetzen gegen Minderheiten geht.

Vor wenigen Tagen gelang dem Vorsitzenden der „Bürgerbewegung“ das Kunststück, eine interne Email mit den genauen Daten der Anreise Treffpunkte /-zeitpunkte der Gegenseite zuzuspielen. Pikant grade dabei die Wortwahl:

EIN HINWEIS NOCH ZU DEN ZÜGEN: DIE WARTEN NICHT AUF UNS, SONDERN FAHREN PÜNKTLICH AB

Wie recht er doch haben sollte…!

Nachdem die zuständige Versammlungsbehörde aus Angst um ihre Kapitalquelle „Schildergasse Köln“ die Demoroute kurzfristig ins Griechenmarktviertel verlegt hatte, war die Dynamik der GegendemonstrantInnen gefragt. Viele von diesen hatten sich bereits ab 10Uhr am Kölner Hbf versammelt, von wo aus es dann für Viele weiter nach Opladen ging, wo etwa 60 RechtspopulistInnen zusammen mit einigen behelmten BeamtInnen auf ihren Zug warten.

Leider kam der entgegenkommende Zug wenige Minuten vorher an und brachte etwa 300 GegendemonstrantInnen mit, welche promt auf das Gleis der „pro´s“ strömten und dieses verstopften. Nachdem die Polizei völlig überfordert erst in die Menge knüppelte wurden die anwesenden RechstpopulistInnen erstmal in die Bahnhofswartehalle gesperrt, bis weitere Kräfte der Polizei eintrafen. Die nach Köln fahrende Regionalbahn fuhr also ohne RechstpopulistInnen ab.  Daraufhin wurden kurzer Hand die Gleise besetzt und einige Sportgruppen verlagerten das Geschehen zusätzlich auf den Bahnhofsvorplatz. Komplettiert wurden das Chaos weiter durch 2 Hunderschaften der Polizei sowie einer BFE-Einheit, welche sich mit ihren Transportern erst durch die Stadt quetschen mussten und danach den ganzen Bahnhofsvorplatz füllten, was den Busverkehr zusätzlich in Teilen zum Erliegen brachte. Das dadurch resultiende Verkehrschaos (zusätzlich war eine Autobahn gesperrt) ist dadurch folgerichig besonders gründlich ausgefallen.

Zusätzlich dazu war auch nichts mit Ausschlafen in Leverkusen-Opladen an dem Tag, denn die Polizei hielt es für nötig zeitweise zwei Hubschrauber stundenlang über dem Stadtteil kreisen zu lassen.

Überhaupt schienen die zugezogenen Einsatzkräfte die Ruhe weg zu sein und zeigten auch kein Intresse daran, die Gleise für die „pro´s“ zu räumen und kündigten an das erst ganz am Ende zu machen, was die „pro´s“ kurzhand für weitere PROpaganda auf ihren Internet-Tickern ausnutzen. Schlussendlich blieb Markus Beisicht nichts weiter übrig, als den eigenen Leuten beizubringen, dass diese sich besser ein Taxi rufen sollten, um sich „durchzuschlagen“, während der braune Rest in einem belgischen und einem gelsenkirchener Bus nach Köln gekarrt wurden aber nicht ohne noch vorher durch menschenverachtende Sprechchöre die eigene Gesinnung kundzutun.

Auffällig waren auch einige jüngere Personen, welcher der „Jugend pro NRW Bergisches Land“ bzw der gewaltbereiten „Rader Jugend“ aus dem bergischen Radevormwald zugordnet werden. Bei beiden Gruppen sollte es sich größtenteils um die selben Personen handeln. Auch wenn diese sich versuchen einen vermeintlich demokratischen Anstrich zu verpassen, so handelt es sich dennoch um gewaltbereite NS-Verherrlicher, mit welchen die Politsekte doch angeblich garnichts zu tun hat.

Dass dies nicht Stimmen kann, zeigten in Köln dann gleich zahlreiche TeilnehmerInnen, denn der Aufmarsch entpuppte sich wiedermal nicht nur als Flop, sondern auch in weiten Teilen schlichtweg als rechtsradikaler und auch NS-verherrlichender Aufmarsch. Neben zahlreichen kahlköpfigen Rechtradikalen, Tshirts mit Aufschriften wie „KB – Krawallbrüder“ gabs es sogar zumindest eine Anzeige gegen einen Versammlungsteilnehmer, weil dieser eine SS-Tättowierung offensichtbar trug und sich weigerte, es zu verdecken.

Update: Zusätzlich dazu soll eine Person aus dem rechten Aufmarsch verhaftet wurden sein, nachdem Polizeikräfte bei dieser eine Schusswaffe fanden!

In eigenen Berichterstattung übertrifft „pro NRW“ sich hingegen wieder selbst in Sachen Selbstbeweihräucherungen. Manipulierte Zahlen werden nun nicht mehr verdoppelt sondern gleich verdreifacht. So sprechen AnhängerInnen der Politsekte von 10.000 PolizistInnen. In echt waren es nach Angaben der Polizeipressestelle etwa 3.000. Auch die eigene TeilnehmerInnenzahl, welche in real aufgrund von zahlreichen unabhängigen Zählungen bei etwa 320 lag, wurde mit 1.100 Menschen mehr als verdreifacht.

Über die inhaltlichen Überschneidugnen der Redebeiträge, die Anwesenheit zahlreicher gewaltbereiter Rechten sowie die Kürzung der Aufmarschroute -bedingt durch weitere antifaschistische Blockaden in der Innenstadt- auf ein Minimales wird wie immer geschwiegen. Der Aufzug endete schon kurz hinter der Deutzer Brücke auf dem Heumarkt und auch die 2 Stunden Verspätung bedingt durch die Aktionen in Opladen wurden verharmlost. War also wieder nichts mit „Großdemonstration im Herzen Kölns“.

Zum Abschluss hier nich ein wenig rechtspopulistische Selbstparodie, diesmal aus der Feder von „SOS-Österreich“: