Mit dem heutigen Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Köln, welches ein Bürgerbegehren in Sachen Stadtpark Leichlingen und dem dortigen geplanten Supermarkt-Komplex formell ablehnt, scheint langsam das Ende der „demokratischen Möglichkeiten“ im Kampf um die Grüne Mitte gekommen zu sein.

Ein von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, über den aus den 1960er Jahre stammenden Kaufvertrag des Stadtparks wird derzeit noch unter Verschluss gehalten, dürfte aber ein für die Stadtverwaltung ähnlich erfreuliches Ergebnis beinhalten wie die heutige Gerichtsverhandlung. Somit werden zum Einen neue Überlegungen was Perspektiven und Mittel angeht erforderlich, zum Anderen ist es nun gradezu zwingend notwending am Ball zu bleiben und bereit zu sein.

Wir rechnen derzeit mit einem möglichen Beginn der Arbeiten im Stadtpark am Montag den 30.05.2011 irgentwann morgens. Auf eine von der Stadtverwaltung versprochene öffentliche Ankündigung des Spektakels sollte dabei jedoch nicht gewartet werden.

Wir gehen derzeit von einem Bau-Ablauf in meheren Schritten aus, der sich in etwa wie Folgt darstellen sollte:

-Abbau des Spielplatzes, der Bänke und Müllkübel, Abbruch der Sandkästen.

-Rodungsarbeiten.

-Abbau der Laternen, Gehwege, weitere Rückbauarbeiten.

-Erste Erdarbeiten, beginn der eigentlichen Baustelle der Gebäude etc.

Vier Punkte, in denen der „WupperWandel“ für die Bevölkerung anfassbar wird, in denen Widerstand realistisch wird und Wut praktikabel sein kann!

Wir rechnen derzeit nicht mit besonderen Sicherrungsmaßnahmen, Zäunen, Bullenhorden oder Ähnlichem, und wir haben uns ewig den Kopf zerbrochen, was wir wie machen wollen. Desweiteren ist davon auszugehen, das die Arbeiten nicht vor halb 8 Uhr morgens beginnen werden, egal welcher der obrigen Schritte. Das Alles lässt uns einen gewissen Spielraum für Kreativität!

Aus den Plänen und Bekanntmachungen der Stadtverwaltung liest sich herraus, dass geplant ist den Spielplatz umzusiedeln. Wir sind uns strittig wohin, aber wir sind uns sicher das die Stadtverwaltung versuchen wird den Spielplatz abzubauen und irgentwo zu lagern, ihn aufjedenfall nicht wegzuschmeißen. Uns fallen dazu nicht besonders viele Orte ein, neben dem Baustoffhof am Stockberg in Leichlingen. Von dort werden die ArbeiterInnen, die dafür zuständig sind irgentwann morgens losfahren bzw es versuchen.

Bei der Rodung ist damit zu rechnen, dass die Stadtverwaltung hierbei auf eine der ortsansässigen Gartenbaufirmen zurückgreifen wird. Häufig ist dies die Firma Ischerland. Wie dem auch sei, wir werden die Firma kurzfristig veröffentlichen, mit Adresse.

Erfreulich wäre es, wenn bereits die jeweiligen Arbeitskonvois an den jeweiligen Tagen gar nicht erst im Stadtpark ankämen bzw. nur mit erheblicher Verspätung! Das massenhafte Spielen bzw. Tanzen auf dem Spielplatz bzw. spontane Baumkletterwetterkämpfe stellen ebenso wie Sitzblockaden keine Straftaten da. Fixierungen wie Gurte und Ketten sollten im Vorfeld im Internet recherchiert werden.

Ferner gingen unsere Überlegungen zu möglichen von der Stadtverwaltung bereits geplanten Beweihräucherungsfesten für den Bau, wie z.B. ein Richtfest oder eine Eröffnungsfeier, in welchem sich das Thema an sich ebenfalls angreifbar machen liese. Das sollte im Hinterkopf behalten werden!

Demokratie mit den eigenen Händen schaffen?!

Die Ablehnung gegen den „WupperWandel“ und den damit verbundenen ersatzlosen Wegfall des Stadtparks sitzt uns so Tief in Mark und Bein, dass wir gerne bereit sein werden auch direkten physikalischen Widerstand zu leisten und uns gegebenenfalls auch dazu Zeit nehmen, wenn nötig! Damit wollen wir allerdings weniger eine pure Ablehnungshaltung zum Ausdruck bringen, oder das Projekt in letzter Sekunde stoppen. Die Erfahrung, welche unsere Stadtverwaltung unweigerlich machen wird, dass so ein Zwangsbau echt teuer, hässlich und mit ganz vielen kleinen vorher nicht berücksichtigten Komplikationen verlaufen kann, grade nachdem vorher ein deratiger Betrug am Bürger begannen wurde, wie es in Leichlingen der Fall ist/war, scheint uns da zumindest moralisch wesentlich wertvoller zu sein!

Und dazu haben wir nun erfreulicherweise mindestens Zwei Jahre Zeit, die oben genannten Vier Spekulationen stellen dabei blos den Anfang dar! Mensch soll die Dinge doch immer positiv sehen, nicht?

Wir erhoffen uns dadurch mehr Mitspracherecht für Alle in Zukunft und weniger diktatorische Ambitionen unserer Stadtverwaltung, welche in der kommenden Kommunalwahl vermutlich eh die Quittung dafür bekommen wird!

Für den (Anarcho-)Kommunismus!

 

‚Autonome ParkschützerInnen aus dem Bergischen‘

Mittwoch, 25. Mai 2011